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Ratgeber für Bauherren in der Schweiz

Baustoffe

Hochlochziegel - HLZ - Mauerziegel mit guten Wärmedämmeigenschaften

Wie Hochlochziegel entstehen, welche Normen in der Schweiz statt der DIN gelten und warum gute Wärmedämmung beim Schallschutz ihren Preis hat.

Mauerwerk aus Hochlochziegeln

Bei den auf dem Bau gebräuchlichen künstlichen Steinen unterscheidet man zwischen gebrannten und ungebrannten. Zu den gebrannten gehören Mauerziegel, Leichtziegel, Vormauerziegel und Klinker, die sich durch unterschiedliche Brenntemperaturen unterscheiden. Hochlochziegel, kurz HLZ, gehören zu den Mauerziegeln, können aber auch als Leichtziegel gefertigt werden. In der Schweiz ist für dasselbe Bauteil meist von Backsteinen die Rede - gemeint ist die gleiche Familie gebrannter Wandbaustoffe.

Hochlochziegel aus Lehm und Ton

Mauerziegel werden aus einem Gemisch aus Lehm und Ton hergestellt, das beim Kneten unter Zuführung von Wasserdampf geschmeidig gemacht und durch eine Strangpresse gedrückt wird, wobei Kerneinsätze die Lochung erzeugen. Ein Draht schneidet den Strang auf das gewünschte Format ab. Bei Temperaturen bis 100 Grad Celsius wird den Rohlingen das zugefügte Wasser wieder entzogen, um Schwindrisse zu verhindern. Anschliessend werden sie bei 900 bis 1.200 Grad gebrannt.

Durch chemische Umbildung von Silikaten entsteht dabei aus den Rohstoffteilchen ein festes Gefüge. Die in den Ausgangsstoffen enthaltenen Metallverbindungen bestimmen die Farbe: Die typische rotbraune Färbung stammt von Eisenoxiden. Je nach deren Zusammensetzung und nach Brenntemperatur sind Töne von Gelb über Rot bis Dunkelbraun möglich.

Welche Normen in der Schweiz gelten

Ältere Beschreibungen von Mauerziegeln verweisen auf die DIN 105. Diese Norm gilt in Deutschland; für ein Bauvorhaben in der Schweiz ist sie nicht massgebend. Hier bildet die Norm SIA 266 die Grundlage für Mauerwerk, ergänzt um die SIA 261 für die Einwirkungen auf Tragwerke und die SIA 181 für den Schallschutz im Hochbau. Die Produktanforderungen an die Steine selbst regeln die europäischen Normen der Reihe SN EN 771.

Praktisch bedeutsam ist das bei den Formaten. Schweizer Hersteller liefern nicht nach dem deutschen DF-Raster, sondern nach eigenen Modulmassen: Die SwissModul-Backsteine von ZZ Wancor etwa sind auf Mauerwerk nach SIA 266 ausgelegt und tragen an den Längsseiten Putzrillen. Wer Mengen aus einer deutschen Tabelle übernimmt, rechnet deshalb an der Baustelle vorbei. Der Branchenverband Ziegelindustrie Schweiz mit Sitz in Bern gibt zu Bemessung und Ausführung eigene Planungsgrundlagen heraus.

Unabhängig vom Format gilt: Der Lochanteil unterscheidet Vollziegel von Hochlochziegeln. Vollziegel dürfen nur einen kleinen Anteil ihrer Lagerfläche gelocht haben, Hochlochziegel einen deutlich grösseren. Die Löcher stehen dabei im rechten Winkel zur Lagerfläche.

Leichtziegel: Beim Brennvorgang entstehen Luftporen

Leichtziegel entstehen, indem der Masse leicht ausbrennbare Bestandteile beigemischt werden, sodass beim Brennen Luftporen zurückbleiben. Daher werden sie auch Porenziegel genannt. Sie weisen eine geringere Rohdichte und eine höhere Wärmedämmfähigkeit auf als gewöhnliche Mauerziegel, bei vergleichbaren Formaten und Lochungen.

Daneben gibt es Leichtlanglochziegel und Leichtlangloch-Ziegelplatten mit parallel zur Lagerfläche ausgerichteten Löchern. Als besonders wärmedämmend gelten Leichthochlochziegel. Zu beachten ist, dass viele dieser Steine nicht frostbeständig sind - im Gegensatz zu Vormauerziegeln, die der Witterung ausgesetzt werden dürfen. Wie ein anderer Leichtzuschlag dieselbe Aufgabe löst, zeigt der Beitrag über Leca und Blähton; den Vergleich mit Porenbeton liefert der Beitrag zu Gasbetonsteinen.

Nicht brennbar, aber nicht automatisch leise

Backsteinmauerwerk ist nicht brennbar und sehr widerstandsfähig gegen Hitze. In Schweizer Unterlagen steht dafür die Brandverhaltensgruppe RF1 der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen und nicht die deutsche Baustoffklasse A1; was die RF-Gruppen im Einzelnen bedeuten, ist im Beitrag über Leca aufgeschlüsselt.

Beim Schallschutz liegt der Zielkonflikt, der bei Hochlochziegeln am häufigsten unterschätzt wird. Was den Stein wärmedämmend macht - Luftporen und ein hoher Lochanteil - senkt zugleich sein Gewicht, und Masse ist beim Schallschutz der entscheidende Faktor. Ein hoch wärmedämmender Leichtziegel erreicht deshalb nicht ohne Weiteres die Werte, die die SIA 181 für Wohnungstrennwände verlangt. Für solche Bauteile bieten die Hersteller eigene Schallschutzsteine mit höherer Rohdichte an; die Wahl fällt also nicht einmal für das ganze Haus, sondern je Bauteil.

Ein traditioneller Baustoff für Massivhäuser

Bei Ziegeln handelt es sich um einen traditionellen Baustoff, der auch heute für die Errichtung von Massivhäusern verwendet wird. Sie sind werthaltig und dank der Weiterentwicklung in der Herstellung nach wie vor zeitgemäss. Warum die massive Bauweise in der Schweiz nach wie vor verbreitet ist, steht im Beitrag über das Massivhaus.