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Ratgeber für Bauherren in der Schweiz

Garten

Rasensteine verlegen - unsere Anleitung

Warum Rasengittersteine in der Schweiz der Versickerungspflicht dienen, wie der Aufbau aussieht und weshalb die Fugen niemals vermörtelt werden.

Verlegte Rasengittersteine mit durchwachsendem Gras

Rasensteine schaffen eine befahrbare oder begehbare Fläche, durch die weiterhin Gras wächst. In der Schweiz sind sie mehr als eine Gestaltungsfrage: Sie sind eines der Mittel, mit denen sich die Vorgaben zur Versickerung erfüllen lassen.

Warum die Schweiz durchlässige Beläge verlangt

Nach Artikel 7 des Gewässerschutzgesetzes muss nicht verschmutztes Abwasser versickert werden. Der Kanton Aargau fasst die Vorgabe knapp zusammen: Regenwasser muss wenn möglich versickert werden, Bodenversiegelungen sind auf das Notwendigste zu beschränken. Ausdrücklich genannt werden dabei Plätze und Wege, Zufahrten und Parkflächen für Personenwagen - genau die Flächen, für die Rasensteine infrage kommen. Als durchlässige Beläge aufgeführt sind Sickersteine, Rasengittersteine sowie Kies- und Schotterflächen.

Wichtig für die Planung ist die Rangfolge, die die Kantone vorgeben. Am sichersten für das Grundwasser gilt die indirekte Versickerung über humusierte Mulden oder Gräben; ihr folgt die direkte Versickerung über Sickerschächte, und schliesslich die flächenförmige Versickerung über durchlässige Beläge. Rasengittersteine sind dabei streng genommen keine Versickerungsanlage, sondern eine Fläche, auf der gar kein oberirdischer Abfluss entsteht. Für die Baueingabe zählt das: Wer eine Zufahrt neu anlegt, klärt die Anforderungen mit der Gemeinde, bevor der Bagger kommt.

Der Aufbau unter den Steinen

Die Tragfähigkeit entsteht nicht durch die Steine, sondern durch das, was darunter liegt. Für eine begehbare Fläche wird etwa 15 bis 20 Zentimeter tief ausgehoben, für eine befahrbare deutlich mehr. Darauf folgt eine Tragschicht aus ungebundenem Kies oder Schotter, die lagenweise verdichtet wird, und darüber ein dünnes Bett aus Splitt, in das die Steine gesetzt werden.

Entscheidend ist, dass alle Schichten wasserdurchlässig bleiben. Eine Betonschicht oder ein zu feines, verschlämmendes Material unter den Steinen macht den ganzen Zweck zunichte: Die Fläche sieht durchlässig aus, das Wasser steht aber auf der Tragschicht.

Schritt für Schritt

  • Planen und abstecken
    Die Fläche ausmessen und mit Schnüren abstecken. Dabei gleich das Gefälle festlegen: Ein leichtes Quergefälle von rund zwei Prozent verhindert, dass sich bei Starkregen Wasser sammelt, bevor es versickern kann.
  • Aushub und Tragschicht
    Boden ausheben und die Tragschicht aus Kies oder Schotter in Lagen einbringen. Jede Lage einzeln verdichten - wer alles auf einmal einbaut und dann rüttelt, verdichtet nur die obersten Zentimeter.
  • Splittbett abziehen
    Ein etwa drei bis vier Zentimeter dickes Splittbett aufziehen und mit einer Latte abziehen. Das Bett wird nicht verdichtet; die Steine setzen sich beim Abrütteln von selbst.
  • Steine setzen
    Vom Rand her verlegen, Stein an Stein, mit Gummihammer und Wasserwaage kontrollieren. Randsteine oder eine seitliche Einfassung geben der Fläche Halt, sonst wandern die äusseren Steine mit der Zeit.
  • Zuschneiden
    Passstücke mit Trennschleifer oder Steinknacker herstellen. Schutzbrille und Gehörschutz gehören dazu, bei Trockenschnitt zusätzlich eine Staubmaske.
  • Kammern füllen
    Die Öffnungen mit einem durchlässigen Gemisch füllen, üblicherweise Splitt für befahrene Flächen oder ein humusarmes Rasensubstrat, wenn Gras wachsen soll. Kein Fugenmörtel und kein Zementgemisch - beides dichtet die Fläche ab und verhindert genau das, wofür Rasensteine gebaut werden.
  • Einsäen und einfahren
    Bei begrünter Ausführung Rasen ansäen und in den ersten Wochen feucht halten. Die Fläche erst belasten, wenn sich die Grasnarbe gebildet hat.

Worauf es bei der Auswahl ankommt

Beim Kauf zählen zuerst die Belastung und die Kammergrösse. Für eine Zufahrt, auf der ein Auto steht, braucht es andere Steine als für einen Gartenweg - die Hersteller geben dafür an, ob ein Stein begehbar oder befahrbar ist. Grosse Kammern nehmen mehr Substrat auf und lassen das Gras besser wachsen, kleinere Stege tragen dafür höhere Lasten.

Beim Material stehen Beton und Kunststoff zur Wahl. Betongittersteine sind schwer, formstabil und günstig, Kunststoffgitter leichter zu verlegen und für schwach belastete Flächen ausreichend. Frostbeständigkeit ist in weiten Teilen der Schweiz keine Nebensache: Die Angabe des Herstellers zur Frost-Tau-Beständigkeit gehört zu den Punkten, die man vor dem Kauf prüft.

Wer den Belag ohnehin erneuert, kann die Gelegenheit für die Regenwassernutzung nutzen - wie das funktioniert, steht im Beitrag über die Regenwasserzisterne. Für befestigte Flächen, die tragfähig und trotzdem durchlässig sein sollen, kommt auch Blähton als Unterbau infrage.